Integrierter Pflanzenschutz

Der „integrierte Pflanzenschutz“ ist ein Anbauverfahren, das vorrangig biologische, biotechnische, pflanzenzüchterische und anbau- und kulturtechnische Maßnahmen berücksichtigt. Die Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel ist auf das notwendige Maß beschränkt. Nach dem Pflanzenschutzgesetz (§ 3) muss Pflanzenschutz nach den allgemeinen Grundsätzen des integrierten Pflanzenschutzes durchgeführt werden. Die allgemeinen Grundsätze sind in Anhang III der Richtlinie 2009/128/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21. Oktober 2009 europaweit für alle Mitgliedsstaaten verbindlich festgelegt. Die Mitgliedsstaaten müssen die Umsetzung der allgemeinen Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes kontrollieren.

Kontrolle des integrierten Pflanzenschutzes

Ab dem Jahr 2021 ist die Kontrolle des Integrierten Pflanzenschutzes im Rahmen des landwirtschaftlichen Fachrechtes bundesweit vorgesehen. Hierzu wurde ein Fragebogen mit den 8 Grundsätzen des Integrierten Pflanzenschutz nach Anhang III der EU-Richtlinie 2009/128/EG entwickelt und eine erläuternde Broschüre dazu verfasst. Im Rahmen der Fachrechtskontrollen wird bei Betriebskontrollen die Einhaltung des Integrierten Pflanzenschutzes abgefragt. Die landwirtschaftlichen Betriebsleitungen haken dazu die von ihnen durchgeführten Maßnahmen im Fragebogen ggf. zusammen mit Hilfe der kontrollierenden Person ab. Der ausgefüllte Fragebogen verbleibt auf dem Betrieb und ist zusammen mit den Pflanzenschutzunterlagen aufzubewahren. Im Kontrollprotokoll wird vermerkt, dass die Abfrage des integrierten Pflanzenschutzes stattgefunden hat.

Die Broschüre „Die allgemeinen Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes“ beschreibt die acht Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes und enthält einen Fragebogen zu den Maßnahmen, die auf einem Betrieb zur Anwendung kommen.

Nationaler Aktionsplan Pflanzenschutz

Der Nationalen Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP) wurde am 10. April 2013 von der Bundesregierung verabschiedet. Dieser Aktionsplan ist im Pflanzenschutzrecht und in der Pflanzenschutz-Rahmenrichtlinie der Europäischen Union verankert.

Für die Umsetzung des NAP wurde in Baden-Württemberg eine landesweite Arbeitsgruppe eingerichtet. Sie besteht aus Vertreterinnen und Vertretern des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, der Landesanstalten, der Regierungspräsidien und der Unteren Landesbehörden. Eingebunden sind die Bereiche Acker-, Obst-, Gemüse- und Weinbau sowie der Forst.

Ein wichtiges Ziel ist u.a. die Verbesserung von Information und Beratung sowie die Entwicklung und Bereitstellung von Beratungssystemen für den integrierten Pflanzenschutz.

In der Broschüre Nationaler Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP) – Aktivitäten des Pflanzenschutzdienstes in Baden-Württemberg ist beschrieben wie der NAP seither in Baden-Württemberg umgesetzt wird. Anhand konkreter Beispiele wird aufgezeigt, welche Alternativen zum chemischen Pflanzenschutz bereits Eingang in die Praxis gefunden haben.

Weitere Informationen rund um den NAP finden Sie unter:

http://www.nap-pflanzenschutz.de

 

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